Aktions- und Infotresen: Anti-Abendland-Party 2.0!

22. Dezember 2017 | ab 19 Uhr | SYNTOPIA (Gerokstr. 2, 47053 Duisburg)

FEST DER LIEBE – Im Dezember machen wir die Alpträume der Idenditären Bewegung wahr – bei uns geht kurz vor “Heiligabend” das Abendland unter. Zelebriert mit uns statt des Weihnachtsfestes unseren zweiten Geburtstag bei einem Teller Hummus und anderen Köstlichkeiten! Euch erwartet ein erfrischender Mix von Chiapas bis Vladivostok und viele andere Überraschungen – und wie es sich gehört gibt es auch Geschenke!

Warum eine Party gegen das “Abendland”?
Nach 1945 war der positive Bezug auf die „Volksgemeinschaft“ politisch und gesellschaftlich überwiegend in Verruf geraten. Der Bezug zum „Abendland“ hingehen erzielte besonders in der Hochphase des Kalten Krieges in den 1950er Jahren sowie nach der Jahrtausendwende im Kontext eines zunehmenden antimuslimischen Rassismus’ in Deutschland und in Europa erstaunlichen Zuspruch. Dieser reicht auch heute bis weit in die „Mitte der Gesellschaft“. Das autoritäre Vergemeinschaftungskonzept des „Abendlandes“ konnte so erfolgreich sein, weil es einerseits auf einer jahrhundertelangen Tradition des Abendlandbegriffs beruht und anderseits weil dieser Begriff trotzdem inhaltlich schwammig bleibt. Stets repräsentiert er jedoch einen Gegenentwurf zu demokratischen, emanzipatorischen, pluralistischen Positionen.


Eine Übersicht unserer zukünftigen und vergangenen Veranstaltungen findet ihr auf der Unterseite Aktions- und Infotresen.

Aktions- und Infotresen: Computerkommunismus als konkrete Utopie. Vortrag und Diskussion mit ADH

24. November 2017 | ab 19 Uhr | SYNTOPIA (Gerokstr. 2, 47053 Duisburg)

Die radikale Linke tut sich seit geraumer Zeit damit schwer der kapitalistischen Realität eine konkrete Utopie entgegenzustellen. Die gewünschte Gesellschaft wird dabei meist beschrieben als eine ohne Ausbeutung, Unterdrückung, Rassismus, Sexismus und so weiter. Ein positiver Gesellschaftsentwurf fehlt hingegen häufig. Neue Formen des Zusammenlebens beschränken sich auf kleinere, begrenzte Orte wie linke Zentren, alternative Hausprojekte oder Kollektiv-Bauernhöfe. Eine gesamtgesellschaftliche Alternative ist theoretisch schwach entwickelt. Die Gruppe ADH (Association début d’histoire) aus Düsseldorf hat sich vorgenommen diesem Trend entgegenzuwirken und einen theoretischen Entwurf für die Funktionsweise einer kommunistischen Politik und Wirtschaft zu erarbeiten. Ein zentraler Aspekt dieser Überlegungen sind die Möglichkeiten moderner Technik für die kommunistische Gesellschaft wie etwa die Rechenleistung heutiger Computer zur Erstellung des gesamtwirtschaftlichen Produktionsplans.


Eine Übersicht unserer zukünftigen und vergangenen Veranstaltungen findet ihr auf der Unterseite Aktions- und Infotresen.

Aktions- und Infotresen: Feministische Perspektiven auf Pazifismus, Militanz und Täterumgang. Vortrag und Diskussion mit about:fem

27. Oktober 2017 | ab 19 Uhr | SYNTOPIA (Gerokstr. 2, 47053 Duisburg)

Strategiedebatten um Militanz vs. Pazifismus werden in aktivistischen Kreisen seit Jahrzehnten geführt. Wir möchten feministische Kritik an beiden vorstellen. Dabei wird es unter anderem darum gehen, wie Pazifismus als Ideologie dazu dient, Patriarchat, Staat und Rassismus / weiße Vorherrschaft zu erhalten, aber auch um Kritik an der Handlungsweise militanter Bewegungen. Lasst uns gemeinsam diskutieren, wie sich emanzipatorische Inhalte und wirksame Praxis verbinden lassen. Dabei soll schwerpunktweise auf das stets aktuelle Thema Umgang mit Tätern sexualisierter Gewalt eingegangen werden.


Eine Übersicht unserer zukünftigen und vergangenen Veranstaltungen findet ihr auf der Unterseite Aktions- und Infotresen.

Solidarität mit den Besetzer*innen des Straußhauses!

Die Antirassistische Intervention Duisburg erklärt sich solidarisch mit den Besetzer*innen der Straußstraße 21 in Duisburg Neudorf. Wir unterstützen den Aufruf nach einem Erhalt der Siedlung im Sinne der Bewohner*innen und sind ebenfalls der Meinung, dass Duisburg dringend mehr Freiräume und ein soziokulturelles Zentrum braucht, anstatt ein vermeintliches städtebauliches Leuchtturmprojekt nach dem anderen in den Sand zu setzen.
Räumung des besetzten Strauß-Haus in Duisburg Neudorf

Besonders unterstützen wir auch die Forderung nach würdigem Wohnraum für geflüchtete und rassistisch diskriminierte Menschen in Duisburg. Wir denken dabei an die Geflüchteten, die in Containern und Traglufthallen eingesperrt werden. Traglufthallen, die im Sommer von der Feuerwehr gekühlt werden mussten, da unerträglich heiße Temperaturen herrschten, Traglufthallen, die im bald kommenden Winter empfindlich kalt werden. Und die Wohnungen in der Straußensiedlung und andernorts in Duisburg ließen sich mit geringem Aufwand und mäßigen Kosten für diese Menschen nutzbar machen, bestünde der politische Wille. Ob dieser allerdings gegeben ist, ist fraglich. Viel zu sehr lassen sich alle vom häßlichen Gespenst des rassistischen “Volkszorns” treiben, als dass endlich damit begonnen würde die Menschen als gleichwertigern Teil der Gesellschaft zu begreifen und dafür zu sorgen, dass sie sich hier willkommen fühlen. Dies würde eben auch Abschiebestopps in vorgeblich “sichere Herkunftsländer” wie Afghanistan, eine Ausweitung des Familiennachzugs und eben auch die dezentrale Unterbringung außerhalb stigmatisierender und erniedrigender Lagerhaftverhältnisse bedeuten.
Wir denken aber auch an die Menschen, die in Stadtteilen wie Hochfeld und Marxloh von skrupellosen Vermieter*innen augenutzt werden, in ähnlich beengten und unhygiensichen Verhältnissen gezwungen sind zu leben und die am Ende, anstatt Schutz und Würde zugesichert zu bekommen, rassistisch diskriminiert, stigmatisiert und für die unverschuldeten Wohnsituation betraft werden. Ganze Familien, die einfach auf die Straße gesetzt werden, ohne Perspektive, ohne Hilfe und mit offenem Hass der bürgerlichen Mitte und der Institutionen konfrontiert, der sich in Aussagen wie Sören Links “Syrer statt Osteuropäer”-Entgleisung zeigt. Und während die Stadt sich damit brüstet, die “Schrottimmobilien” zu räumen um sie zu sanieren oder abzureissen, um angeblich die Mieter*innen zu “schützen”, werden de facto die Betroffenen bestraft und verjagt. Die Häuser werden übrigens nicht etwa im Sinne des Allgemeinwohls beschlagnahmt oder ähnliches, sie werden von der GEBAG aufgekauft. Der Schutz des Privateigentums ist im Kapiatlismus nunmal heiliger als der Schutz der Menschenwürde.
Umso wichtiger ist unsere Meinung nach, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen! Wir freuen uns, dass die Besetzer*innen ein starkes Zeichen für eine Stadt von Unten gesetzt haben. Für eine Stadt, in der alle Menschen ungeachtet ihrer Herkunft, ihres Aussehens, ihres Glaubens, ihres Geschlechts, Genders oder sexueller Orientierung einen Raum finden, der es ihnen ermöglicht ein würdiges, selbstbestimmtes Leben zu führen. Für mehr besetze Häuser, für mehr Freiräume, für ein Recht auf Stadt und für grenzenlose Solidarität!

Spendenaufruf – Unsere Solidarität gegen ihre Repression!

Unser Freund und Genosse Dirk saß fast zwei Wochen in Hamburg in Untersuchungshaft, er wurde während der NoG20 Proteste willkürlich verhaftet. Für seine Unterstützung sammelt die Rote Hilfe Ortsgruppe Duisburg Spenden. Mit dem Geld wird versucht, die laufenden Kosten und die auf Dirk und andere zukommenden Gerichts- und Anwaltskosten aufzufangen. Niemand steht alleine da, wir sind solidarisch mit Dirk und allen anderen Menschen, die von der staatlichen Repression getroffenen wurden!

Konto: Rote Hilfe Duisburg
IBAN: DE02 4306 0967 4007 2383 98
BIC: GENODEM1GLS
Verwendungszweck: Free Dirk / G20

Schon vor Beginn der NoG20-Proteste hat die Polizei bewusst die Eskalation vorangetrieben, das Versammlungsrecht ausgehebelt und die Menschenrechte mit Füßen getreten. Durch weiträumige Demonstrationsverbote, Hausdurchsuchungen bei Aktivist*innen, Outing-Aktionen durch den Verfassungsschutz, Einreiseverbote und einer erdrückenden Drohkulisse der Polizei sollten so viele Menschen wie möglich davon abgehalten werden, ihr Recht wahrzunehmen und gegen den G20-Gipfel zu demonstrieren.

Da dies nur begrenzt funktionierte, fuhr die Polizei während des Gipfels ein gigantisches Waffenarsenal auf und setze es äußerst brutal und repressiv ein. Unzählige Fälle von Polizeigewalt sind dokumentiert (siehe z.B. https://g20-doku.org/), nicht nur gegen Demonstrant*innen, auch gegen Unbeteiligte, Anwohner*innen und Pressevertreter*innen. Auch Anwält*innen und Sanitäter*innen wurden bedroht und an ihrer Arbeit gehindert. Selbst ein SEK mit scharfen, “freigegebenen Schusswaffen” wurde eingesetzt, als die Polizei die von ihr selbst angefachte, legitime Wut auf den Straßen nicht mehr kontrollieren konnte.

Während viele Betroffenen von den marodierenden Polizeibanden an Ort und Stelle verprügelt wurden, sind andere festgenommen und in die – eigens gebaute – Gefangenensammelstelle (Gesa) gebracht worden. Dort gingen die Grundrechtsverletzungen, Schikanen und Misshandlungen nahtlos weiter, wie z.B. der anwaltliche Notdienst des Republikanisches Anwältinnen- und Anwältevereins e.V. dokumentierte. Die Gefangenen wurden zum Teil erniedrigt, bekamen nichts zu Essen, ihnen wurde ärtzliche Untersuchungen und anwaltlicher Beistand verweigert, sie durften nicht auf Toilette und wurden mit Schlafentzug gefoltert.

Und jetzt versucht die Staatsgewalt ihr Vorgehen nachträglich zu legitimieren und überzieht diejenigen Aktivist*innen, die sie eingesperrt haben, mit völlig übertriebenen Vorwürfen und Strafen. Umso wichtiger ist es jetzt, dass wir zusammenhalten und den Betroffenen zeigen, dass sie nicht alleine sind und auf unsere Unterstützung zählen können. Unsere Solidarität ist die stärkste Waffe gegen ihre Repression.

NPD und AfD – in der Sprache getrennt, in der Sache geeint

NPD und AfD – in der Sprache getrennt, in der Sache geeint

Viele von euch haben es mitbekommen: die AfD hat sich mal wieder entlarvt. Was ist geschehen? Begonnen hat es damit, dass die NPD am 13. Juli ein Bild des Abiturjahrgangs 2017 der Theodor-König-Gesamtschule Duisburg gepostet hat, mit der Parole “Aufwachen, Deutsche!” Dazu noch ein Zeitungsartikel mit den Namen aller Schüler*innen, um gegen die angebliche Überfremdung zu hetzen. So weit so ekelhaft rassistisch – die stolzen Abiturient*innen aber auch die Lehrer*innen sind zurecht empört.

Drei Tage später meldete sich dann auch prompt die AfD zu Wort – und postete auf ihrer Facebookseite das selbe Bild mit dem Kommentar, dass sich anhand diesen Bildes “nicht nur die mangelnde Integration der muslimischen Bevölkerung, sondern auch der gesellschaftliche Wandel insgesamt” offenbare. Als Indiz dafür, dass die jungen Menschen, die gerade ihr Abitur geschafft haben, nicht “integriert” seien, müssen die jungen Frauen mit Hidschāb herhalten. Wie muss denn eine erfolgreiche Integration aussehen, damit auch die AfD zufrieden ist, wenn nicht mal der Erwerb der deutschen Hochschulreife reicht? Wir wollen hier kurz aufzeigen, warum diese Partei und ihre Anhänger nie zufrieden sein werden.

Was auf den ersten Blick lächerlich erscheinen mag, zeigt sehr deutlich das Wesen dieser Partei und anderer neurechter Strömungen, die versuchen sich modern zu geben und sich von den alten Stammtisch- und Springerstiefelnazis abgrenzen wollen. Es zeigt sich – einmal mehr – ganz offen, dass die meisten Inhalte der AfD oder auch der Identitären Bewegung sich eben nicht von denen der NPD oder neonazistischer Kameradschaften unterscheiden, sondern nur etwas anders formuliert werden.

Was die NPD plump “Überfremdung” nennt, versteckt die AfD hinter dem “gesellschaftlichen Wandel” und die Identitäre Bewegung hinter dem “Großen Austausch”. Während bei der NPD der Hinweis auf die Namen reicht um in in ihrer Zielgruppe verstanden zu werden, geht die AfD den Umweg über “die Kultur” und die Religion. Am Ende kommen nicht nur die gleichen widerlichen, menschenverachtenden Kommentare heraus, sondern hinter beidem stecken auch identische Argumentationsmuster:

Argumentationsmuster: Das Volk und seine Feinde

In ihrer Argumentation gehen NPD wie AfD wie folgt vor: Bestimmte Menschengruppen oder Institutionen werden alleine für gesellschaftliche Sachverhalte, Probleme oder Widersprüche verantwortlich gemacht. Seien es die “Asylanten”, die “links-grün-versifften Genderfanatiker”, die “Lügenpresse”, die “Regierung”, der “Feminismus”, die “Juden” oder eben Menschen mit Kopftuch: Sie tragen die alleinige Schuld am empfundenen “Niedergang” Deutschlands. Sind diese erst einmal aus dem Weg geräumt, steht dem Glück des Volkes angeblich nichts mehr im Weg. Da macht es auch keinen Unterschied, ob von “Ausländer raus!” oder von “Remigration jetzt!” gesprochen wird.

Womit wir bei dem zweiten tragenden Konstrukt wären, das sich Altnazis mit “Neuer” Rechte teilen: Dem “Volk”. Dieses ist selbstverständlich das “deutsche Volk”. Wer diesem angehört, entscheidet nicht etwa der Pass, der Geburtsort oder ähnliches – sondern letzendlich dieses ominöse “deutsche Volk” selbst, in Form seiner jeweils angeblich einzig rechtmäßigen Vertretung – der AfD/NPD/Kameradschaft/etc.
Diese Grenzziehungen (“Wir” und “die Anderen”) sind fundamental wichtig für Nazis und Rechte, ihre gesamte Weltanschaung beruht darauf. Und es ist vor allem wichtiger, dass es diese Grenzen überhaupt gibt, als was genau sie wo trennen.

Allgemein zusammengefasst lässt sich erstmal feststellen: Das “deutsche Volk” besteht laut AfD und Co. vor allem aus weißen, in Deutschland geborenen, heterosexuellen, leistungsbereiten, christlichen und braven Bürgern, die zu ihrem Deutschland stehen. Wer dem nicht entspricht, ist zunächst nicht ganz so deutsch, wenn nicht gar “Volksverräter”,“Volksschädling”, “Invasor” oder ähnliches”.

Grenzziehungen verschieben sich, die Logik bleibt gleich

Und ob NPD oder AfD, ob neonazistische Kameradschaft oder Identitäre Bewegung – alle kommen sie zum selben Schluss: Um “Schaden vom Volk abzuhalten”, müssen diejenigen ausgeschlossen werden, die das herbeihalluzinierte “Volk” nicht zu sich zählt, die die eben nicht weiß, in Deutschland geboren, heterosexuell, leistungsbereit, christlich und brav sind und den ihnen zugewiesenen Rollenbildern entsprechen.

Aber es gibt natürlich unterschiedliche Ansichten darüber, wer “dazugehört” und wer nicht. Wo die Grenze zwischen “Wir” und “die Anderen” verläuft, kann sich auch ändern. Grenzziehungen können flexibel eingesetzt werden und unterschiedlich bewertet sein. Wichtig ist deshalb vor allem, den Mechanismus an sich zu verstehen und zu kritisieren, nicht nur seine Inhalte. Denn die Mechanismen selbst sind wichtiger als ihr Inhalt! Durch die Abgrenzung von “den Anderen” wird es einfach, ein “Wir” zu konstruieren. Und man kann diesen “Anderen” die Schuld geben für alles, was als falsch, ungerecht oder schlecht empfunden wird. Deshalb wird es in den Köpfen dieser Menschen immer Grenzen geben (müssen), ganz egal was passiert!

So muss jeder Hinweis darauf, dass die Schüler*innen des TKG Duisburg doch eben “integriert” und leistungsbereit seien, auch ins Leere laufen. Und wenn wir nicht aufpassen, stärken wir durch solche Argumente die Einteilung in diese Kategorien sogar! Was wir ablehnen müssen, sind die Verallgemeinerungen und die Einteilungen in Kategorien an sich!

Doch gerade dieses Beispiel zeigt eben auch, dass nicht nur die Argumentationsmuster von AfD und NPD identisch sind, auch inhaltlich sind sie doch viel näher beieinander, als sie den Anschein erwecken wollen. Denn für die NPD sind die Schüler*innen vor allem “Ausländer” – und für die AfD sind sie eben vor allem “Muslime”. Hauptsache, es gibt “die Anderen“. Dabei, liebe Abiturient*innen der Theodor-König-Gesamtschule Duisburg, seid ihr vor allem Menschen. Herzlichen Glückwunsch zum bestandenen Abitur übrigens! Und an diejenigen, die es nicht geschafft haben: ihr seid deshalb nicht weniger wert, lasst euch das nie einreden!

Aktions- und Infotresen: Solidarität und Herrschaftsfreiheit leben! Ein Bericht aus der “Villa Locumuna”

22. September 2017 | ab 19 Uhr | SYNTOPIA (Gerokstr. 2, 47053 Duisburg)

Wir können auch anders! Eine Veranstaltungsreihe über gesellschaftliche Alternativen und gelebte Utopien.

Im Kommuja-Netzwerk sind rund 30 politische Kommunen im
deutschsprachigen Raum vernetzt. Sie haben ein gemeinsames Selbstverständnis, das auf vier wichtigen Säulen beruht: Gemeinsame Ökonomie, Entscheidungen im Konsens, Soziales und Kommunikation sowie ein linkes Politikverständnis.
Mit dem Leben in der Kommune versuchen die beteiligten Menschen, sich ihren (politischen) Utopien zu nähern, sehen Gemeinschaft an sich jedoch nicht als Selbstzweck. Die Gruppen sind von libertären, emanzipatorischen, solidarischen und ökologischen Ideen und Gedanken inspiriert. Folgende Grundgedanken teilen die Kommunen des Netzwerkes:
Sie wollen ein gleichberechtigtes Miteinander, Machtstrukturen lehnen sie ab. Deshalb wird im Konsens entschieden, viel Wert auf die direkte Kommunikation gesetzt und sich bei allen Gruppenentscheidungen um Transparenz bemüht.
Sie wollen sich vom herrschenden Verrechnungs- und Besitzstandsdenken lösen. Deshalb wirtschaften sie solidarisch, z.B. in dem sie eine gemeinsame Kasse haben, aus der alle nach ihren persönlichen Bedürfnissen entnehmen können.
Die politischen Kommunen wollen die gesellschaftlichen Verhältnisse ändern. Und damit fangen sie im Hier und Jetzt an.
Die Referentin wohnt in der „Villa Locomuna“ in Kassel und wird berichten, wie diese Konzepte in die Praxis umgesetzt werden – und welche Erfahrungen sie damit bisher gemacht hat.


Eine Übersicht unserer zukünftigen und vergangenen Veranstaltungen findet ihr auf der Unterseite Aktions- und Infotresen.

Aktions- und Infotresen: Filmvorführung “Economia Collectiva” (in Kooperation mit der FAU)

25. August 2017 | ab 19 Uhr | SYNTOPIA (Gerokstr. 2, 47053 Duisburg)

Wir können auch anders! Eine Veranstaltungsreihe über gesellschaftliche Alternativen und gelebte Utopien.

Economia Collectiva: Europe’s Last Revolution
Der Dokumentarfilm gibt einen tiefen Einblick in ein inspirierendes Ereignis der jüngeren Geschichte: Die selbstbestimmte Kollektivierung von 80% der katalanischen Wirtschaft zwischen 1936 und 1939. Auf den faschistischen Putsch General Francos im Juli 1936 antworteten die Arbeiter Kataloniens mit einer sozialen Revolution. Die Besitzlosen und ausgebeuteten Arbeiter, zum Großteil Anarchosyndikalisten, organisierten die Wirtschaft neu, selbstorganisiert und erschufen ein bis dato nie gesehenes soziales Sicherungssystem.


Eine Übersicht unserer zukünftigen und vergangenen Veranstaltungen findet ihr auf der Unterseite Aktions- und Infotresen.

Aktions- und Infotresen: „ocupación rural“ – Vortrag und Erfahrungsbericht zu Landbesetzungen in Spanien

28. Juli 2017 | ab 19 Uhr | SYNTOPIA (Gerokstr. 2, 47053 Duisburg)

Wir können auch anders! Eine Veranstaltungsreihe über gesellschaftliche Alternativen und gelebte Utopien.

In Spanien werden ganze Dörfer besetzt – sie existieren teilweise schon über Jahrzehnte und werden immer mehr. Verlassene Siedlungen auf dem Land und in städtischen Randgebieten werden neu zum Leben erweckt und bieten Raum zur Verwirklichung sozio-ökologischer Utopien eines selbstbestimmten Lebens. Zentral sind dabei Konzepte und Strukturen gemeinschaftlicher Selbstverwaltung und -versorgung, horizontale Organisation und kollektives Wirtschaften.


Eine Übersicht unserer zukünftigen und vergangenen Veranstaltungen findet ihr auf der Unterseite Aktions- und Infotresen.

Aus dem NSU-Komplex nichts gelernt? Zu den Ermittlungen des Mordes an Birgül. D.

„Alles was wir aus dem NSU-Komplex lernen, lernen wir auch, um so etwas in Zukunft verhindern oder zumindest erkennen zu können,“ so Ulli Jentsch von NSU-Watch (in der Pressemittelung vom 8.05.2017).

Am 3. Mai wurde Birgül. D., die Inhaberin eines Cafés am Innenhafen, in den Morgenstunden in ihrem Lokal mit Kopfschüssen ermordet. Nicht nur die Umstände der Tat, sondern auch die aktuellen Presseberichte erinnern stark an die NSU-Morde: Am hellichten Tag wird eine möglicherweise von Rassismus betroffene Person in ihrem Geschäft erschossen. Kurz darauf gibt es Spekulationen um Schutzgelderpressungen u.ä. Einen Monat nach dem Mord berichtet die WAZ („Mord und Raub in Duisburg: Keine Spur von eiskalten Tätern“ 29.05.17), dass die Polizei offenbar im Dunkeln tappt und angeblich in alle Richtungen ermittelt. Von Rassismus als mögliches Tatmotiv ist jedoch nicht die Rede, stattdessen erinnert die WAZ daran, dass die Polizei bei den „Mafiamorden“ 2007 ein halbes Jahr für die Ermittlungen gebraucht hat und schafft damit erneut eine Assoziation zum Organisierten Verbrechen. Dass Neonazis für den Mord verantwortlich sein könnten, wird hingegen mit keinem Wort erwähnt.

Dabei gab es bereits 2003 in Duisburg einen Mordanschlag auf einen Gastwirt, der auch im NSU-Untersuchungsausschuss thematisiert wurde. Als Ilhan Y. am 15. Dezember 2003 sein Lokal in Meiderich verließ und ins Auto stieg, löste sich aus einer am Bahndamm angebrachten Selbstschussanlage ein Schuss. Ilhan Y. überlebte nur, weil er sich in dem Moment zufällig nach seinem Ladekabel gebückt hatte. Wie auch bei den bekannten NSU-Morden fiel er als Opfer zunächst ins Fadenkreuz der Ermittlungen.

Dass rassistische Morde, wie sie vom NSU begangen wurden, jederzeit wieder möglich sind, wird allzu oft verdrängt. Dabei dürften noch zahlreiche Unterstützer_innen des NSU-Kerntrios auf freiem Fuß sein. Auch der jüngste Fall des rechten Terrornetzwerks um den Bundeswehrsoldaten Franco A. oder die zahlreichen Waffenfunde bei der rechtsterroristischen Duisburger Gruppierung “Legion47” und bei so genannten Reichsbürgern führen vor Augen, dass Neonazis stets bereit sind Menschen, die nicht in ihr Weltbild passen, zu ermorden.

Ob es eine neue rechte Terrorzelle gibt oder jemand anders hinter dem Mord steckt, können wir nicht wissen – was jedoch auf der Hand liegt, ist dass Polizei und Medien offenbar aus dem NSU-Komplex nichts gelernt haben…